Masterarbeit: Queerness in der Serie A League of Their Own
Die Masterarbeit von Lina M. Heimann wurde mit dem Gender-Preis der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam für herausragende studentische Abschlussarbeiten zu Gender- und Differenz-Themen ausgezeichnet.
Die Anzahl von LGBTQ*-Charakteren in TV-Serien ist in den letzten Jahren angestiegen und die Darstellungen werden in akademischen Auseinandersetzungen sowie in der Populärkultur überwiegend als eine Verbesserung zu früheren stereotypen, eindimensionalen Darstellungen eingeordnet. Andererseits gibt es die Kritik, dass viele dieser Darstellungen hetero- bzw. homonormative Muster erfüllen, obwohl queere Repräsentation das Potenzial hat, normative Kategorien aufzubrechen. Insbesondere dann, wenn „queer“ als politischer und aktivistischer Begriff verstanden wird. Darauf aufbauend setzt sich die vorliegende Arbeit mit der Frage auseinander, inwiefern sich Queerness in der Serie A League of Their Own (Will Graham/Abbi Jacobson, US 2022) verorten lässt und ob mit den Darstellungen in der Serie normative Kategorien hinterfragt werden. Mit der Methode des Close Watching werden ausgewählte Darstellungen und Handlungsstränge im Kontext von bisheriger Forschung zu queerer Repräsentation betrachtet. Den Schwerpunkt der Analyse stellen die Themen queeres Aussehen und Weiblichkeitsnormen, Reproduktion queerer Leben in queerer Gemeinschaft sowie queere Glücknarrative dar, die mit primär queertheoretischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen diskutiert werden. Die Arbeit kommt zu der Erkenntnis, dass sich A League of Their Own von anderen Darstellungen unterscheidet, in denen LGBTQ*-Charaktere so nah wie möglich an ein heteronormatives Ideal angepasst werden und eine nicht-cisgeschlechtliche oder -heterosexuelle Identität keine Reibung mit gesellschaftlichen Normen bedeutet. Trotzdem gibt es Einschränkungen bei der Verortung der Queerness, wie dass Normen eher destabilisiert als gebrochen werden und es somit passender ist von einem queeren Potenzial, das die Serie innehat, zu sprechen.
Die ganze Arbeit kann auf der Seite der Universität Potsdam eingesehen werden.